Berberfrühling: Der Philosoph Bernard-Henri Lévy unterstützt die Kabylei

Berberfrühling: Der Philosoph Bernard-Henri Lévy unterstützt die Kabylei

PARIS (Tamurt) – Es war ein großer Schritt für das MAK (Bewegung für die Selbstverwaltung der Kabylei). Anlässlich des 20. Aprils, dem sogenannten Berberfrühling, dessen seit 1980 gedacht wird. Seitdem gibt es jedes Jahr um diese Zeit Demonstrationen in allen masirischen Ländern (u.a. Algerien, Marokko, Libyen) und auch in den Ländern, in denen die Masiren (Berber) vermehrt leben, wie etwa Frankreich, Belgien und Kanada. 

Das MAK nutzte den Berberfrühling (Tafsut amazigh) in diesem Jahr nicht nur dazu der 132 Toten zu gedenken, die es bei dieser Demonstration im Jahre 2001 bei Ausschreitungen mit der Gendarmerie gab, sondern forderte seine Anhänger auf, sich für die Selbstverwaltung (Autodétermination) der Kabylei, einer Region im Nordosten Algeriens, zu mobilisieren. In diesem Jahr mit sichtbarem Erfolg. 10.000 Kabylen, andere Masiren und Sympathisanten gingen am 17.4.2016 in Paris auf die Straße.

In Montréal versammelten sich am 16. April 2016 ein paar hundert Kabylen vor der algerischen Botschaft, um ihrem Unmut über die algerische Politik kundzutun und die Selbstverwaltung der Kabylei zu unterstützen.

Bisher haben sich die Kabylen für die Offizialisisation ihrer Sprache eingesetzt, die sie inzwischen, erst seit 2016 auch durchsetzen konnten. Allerdings haben sich die Forderungen nun weiterentwickelt und sie wollen nicht nur die Autonomie über ihr Gebiet, sondern die territoriale Souveränität der Kabylei. Sie sind der Meinung, dass die Offizialisierung der Sprache nur ein Zugeständnis war, um die Gemüter zu beschwichtigen.

Der bekannte, französische Philosoph Bernard-Henri Lévy appellierte in der Zeitung “La règle du jeu”, diese Demonstration zu unterstützen, was den Feinden der Kabylei gar sehr missfiel. 

Er wurde für diesen Appell kritisiert, ja mehr noch: er wurde angefeindet. Ein weiterer Grund für diese Anfeindungen dürfte sein, dass Lévy jüdischer Abstammung ist.

Die algerische Regierung hat sich dazu entschlossen, am Berberfrühling nun ebenfalls zu gedenken. Wobei vielen Algeriern der 20. April nicht einmal ein Begriff ist und noch weniger sind sie solidarisch mit den Kabylen, die eine Minderheit darstellen. Viele Kabylen empfinden das als eine Art Übernahme ihres Gedenktages durch diese ihnen bisher feindselig gegenüberstehende algerische Regierung. Zuviel Porzellan wurde von ihrer Seite zerschlagen, jegliches Vertrauen ist fort.

Viele Kabylen sind der Meinung, dass die Regierung den Marsch, also ihren Berberfrühling nur stören will und sind gegen eine Offizialisierung dieses Gedenktages.

Morgen erwarten wir große Demonstrationen in den drei großen Städten der Kabylei : Tizi Ouzou (Tizi Wezzu) Bejaia (Vgayet) und Bouira.

Auch in Deutschland soll der Berberfrühling gefeiert werden. Und zwar am 29. April 2016 in München im Eine-Welt-Haus, organisiert vom Verein DKF – Deutsch Kabylische Freundschaft e.V.

Die kabylische Feministin und Aktivistin Malika Baraka wird über das Thema “Der harte Weg zur Freiheit” referieren. Lyazid Abid, der Vizepräsident des GPK (Gouvernement provisoire de la Kabylie) wird ebenfalls das Wort ergreifen.

Die Aktivistin Uli Rohde wird die Veranstaltung moderieren und ein paar engagierte Lieder singen. Der Abend endet mit einem Konzert des bekannten kabylischen Sängers AKLI D. der mit seiner Band aus Paris eingeladen ist.

Uli Rohde – Tamurt

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  1. Herr Lévy für Ihre Ehrlich Unterstützung, Kabylei sei Dankbar!. Um Kampf unser Land für seinen Unabhängigkeit Weiter fortzusetzen(Was Wirksame zu Bauen ), GPK, also der Provisorisch(Anfänger) Regierung von Herr Mehani braucht nicht nur Worten sondern auch benötigt er Geld Unterstützung !

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