Bewegung bei Marokkos Berbern

Auch die Divergenzen, die eine eigene Zivilisation von einer anderen unterscheidet, müssen berücksichtigt und dürfen nicht ignoriert werden und er sagt auch, dass man für den Erhalt der Sprache und er Identität verantwortlich ist.

Als die Araber die Region Nordafrika im siebten Jahrhundert eroberten, begann das Arabische – in Namen der Religion – Einfluss auf die Tamazightsprache zu nehmen. Dieser Auffassung ist auch der Historiker Iben Khaldoune.

Das Sprachgebiet der Tamazightsprache erstreckt sich von Marokko bis zur Siwa in Ägypten, im Süden bis zum Niger.
Das Tamazight verfügt über ein eigenes Schriftsystem, die so genannte Tifinagh-Schrift, welche in Afrika entstanden ist. Sie ist eine Erfindung der Berber. Diese Schrift verläuft von rechts nach links.

Die Berber gelten als die Urbevölkerung Nordafrikas vor der „Überflutung“ durch die Araber. Trotz der heutigen Übermacht der arabischen Ideologie, haben die Berberstämme wie die Riffkabylen und die Schlöh in Marokko sowie die Kabylen und die Tuareg Algeriens, die Bewohner der Insel Djerba (Südtunesien) und Nafoussa in Libyen an ihren Sprachen (Die Berbersprachen gehören einer Sprachfamilie an, die sich lediglich dialektal unterscheidet) festhalten können.
Ausgestorben ist die hingegen die berberische Sprache der Guantschen, der Ureinwohner der kanarischen Inseln.

In Marokko werden drei unterschiedliche Dialekte gesprochen, die zu verschiedenen berberischen Gruppen gehören, nämlich der riff’sche Dialekt im Norden, der tamazight’sche in der Mitte und der Dialekt der Schlöh im Süden. Sie unterscheiden sich praktisch nicht in ihrer Grammatik.
Tamazightsprache wird von den meisten Menschen in der marokkanischen Gemeinschaft gesprochen, während das klassische Arabisch Amtssprache ist aber nur Sprache der Medien bleibt, und Französisch die tatsächlich benutzte Amtssprache ist, wenn das so auch nicht offiziell deklariert ist.
Damit ist das Tamazight ein wichtiger Schlüssel für den Zugang zu Entwicklung. Aber das marokkanische Regime entschloss sich, Tamazight nicht in der Grundschule zu lehren.

Tatsächlich beherrschen viele Kinder in Marokko bevor sie in die Schule kommen nur ihre Muttersprache – das Tamazight, aber von Beginn an finden sie in der Schule nur das klassische Arabisch. Dies ist pädagogisch ein großes Hindernis und es gibt Probleme den Unterricht sprachlich zu verstehen.

Ein kleiner historischer Abriss soll im folgenden Klarheit in die Problematik bringen:

Was die Imazighen selbst angeht, so fühlen sie sich fremd und unterdrückt. Die Gründe dafür sind einerseits ihre vernachlässigte Sprache, andererseits, weil sie aus beträchtlichen kulturellen, wirtschaftlichen und auch sozialen Bereichen ausgeschlossen sind. Aus diesem Grund entstehen viele Amazightverbände, die um die Identität der Mazighen und um die Sprache kämpfen.

Am 8. November 2010 – haben mehr als 100 mazighische Absolventen aus verschiedenen Universitäten (Agadir, Oujda und Fes) in Rabat, Marokkos Hauptstadt, vor dem Parlament demonstriert um nicht nur Referendariats- und Arbeitsplätze zu fordern sondern auch, um sich für ihre Kultur und ihre Sprache stark zu machen.
Vor drei Jahren gründete die marokkanische Regierung immerhin jeweils eine eigene Abteilung für das Tamazight an den verschiedenen Universitäten wie Agadir, Oujda und Fes. Im laufe der drei Jahre hat die erste Generation bereits ihren Abschluss gemacht. Aber es gibt keine weiterführenden Ausbildungsplätze für sie (Anm. d. Red.: wie etwa ein Referendariat), gleichzeitig haben sie aber auch keine Arbeit gefunden. Aus diesem Grund haben sich alle Absolventen vor ungefähr zwei Monaten miteinander getroffen, um einen Verein zu gründen. Sowohl für ihre Rechte zu kämpfen, als auch um sich für die Tamazightsprache stark zu machen. Dann gründeten sie einen Dachverband für alle mazighischen Vereine, der nun aus 25 kleineren Vereinen bestehet. Dieser Verband heißt Tinmel. Dieser große Verband der Vereine wird sich darum kümmern, dass sich die Sprache der Mazighen in Marokko in Zukunft besser entwickeln kann.

von:
Ubaha Brahim

Anmerkung der Redaktion:
*Die Berber bezeichnen sich selbst eigentlich nicht als Berber, sondern als Masiren /Mazighen (eine einheitliche Schreibweise für die deutsche Übersetzung gibt es nicht), was soviel wie „freie Menschen“ bedeutet.
Es gibt verschiedene Dialekte des Tamazight. Die Tuareg sprechen z.B. das Tamasheque, während die Kabylen das Taqvaylit sprechen. Die Sprachen unterscheiden sich nur Dialektal, haben ein etwas anderes Vokabular, eine andere Aussprache, aber die gleiche Grammatik.

Zum Autor:
Ubaha Brahim ist ein Mazighe der Berbergruppe der Schlöh in Marokko. Er studiert unter anderem Germanistik an der Universität Casablanca in Marokko. Des Weiteren ist er ein Aktivist des Vereines „Asociation Timatarin“ der sich für die Kulturen der Berber und deren Sprachen einsetzt. Tamurt.info dankt dem Autoren herzlich für die Zusammenarbeit. Diese Zusammenarbeit ist deshalb so wichtig, da die meisten dieser Informationen nur auf Kabylisch oder Französisch zu finden sind. Insofern sind sie ein wichtiger Beitrag für die Wissenschaft und die freie Informationsbeschaffung.

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11 Comments - Write a Comment

  1. azul tous les amazighs bon courage pour tous les dimocrates du poeple amazigh et qui milittent pour la libération des amazighs et même amddakl udaha tous mes remercements .

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  2. Azul fellawn,
    so ein Text darf man gar nicht veröffentlichen, er muss unbedingt korrigiert werden, denn er enthält sehr viele sprachliche und sachliche Fehler.
    mit masirischen Grüssen,
    Massin.

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    1. Lieber Massin,
      wir freuen uns, dass Sie unsere Seite Tamurt.info besucht haben. Da unsere Schreiber meist ausländischer Herkunft sind, müssen die Artikel entweder übersetzt oder stark verändert werden, damit sie verständlich sind. Da wir aber gern den Autoren selbst das Wort erteilen und die Artikel möglichst unverfälscht wiedergeben wollen, kann es manchmal dazu kommen, dass sich der ein oder andere Satz etwas ungelenk anhören mag. Ich persönlich finde, dass jenes Charm hat. Wir könnten uns natürlich auch daran machen jeden Artikel selbst zu schreiben, was aber keineswegs Sinn und Zweck dieses Forms ist. Wir möchten auch Menschen dazu verhelfen in einer anderen Sprache zu publizieren, ohne ihr Werk komplett zu verändern.
      Wenn Sie bezüglich des Inhaltes irgendwelche Anmerkungen haben, können Sie gern die Dinge hier im Forum richtig darstellen. Unsere Autoren und Korrektoren handeln stets nach bestem Wissen und Gewissen und wir sind für Anregungen und Verbesserungen stets offen.
      Sollten Sie auf diesem Gebiet bewandert sein, würde sich die Redaktion freuen, wenn Sie selbst einen Artikel zu diesem Thema für Tamurt.info schreiben würden.

      Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihren Kommentar.
      Uli Rohde (Redaktion)

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      1. Bagus sggnuuh akak ni. KakChik suka sangat cara kak aliya menerangkan Islam kepada mak dan adik lelaki. Apa yang kak Aliya lakukan tu memang betul sekali dan KakChik sangat-sangat setuju.

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  3. AZUL,
    ich möchte unserem jungen Autor Brahim mit herzlichen masirischen Grüssen bedanken, dem uns die Lage der masirischen Sprache in Marokko eingeschätzt hat.

    Mit meinen masirischen Grüssen.

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