Lyazid Abid Neujahrsansprache zum Yennayer 2965 in Berlin

Lyazid Abid Neujahrsansprache zum Yennayer 2965 in Berlin

BERLIN (Tamurt) – Das masirische Neujahrsfest Yennayer feiert man eigentlich vom 11. auf den 12. Januar und die Masiren feierten in diesem Jahr bereits das Jahr 2965. Da aber in keinem Land Nordafrikas Yennayer ein Feiertag ist, feiern die meisten Masiren das Fest am darauffolgenden Wochenende, wenn Yennayer nicht gerade auf einen Freitag oder Sonnabend fällt.

Beginn war um 17:30 Uhr in Berlin-Spandau.
Ahmed Amrioui, Vizepräsident des Vereines DKF e.V. begrüßte die Gäste und führte charmant durch den Abend.

Danach hat Lyazid Abid, Mitbegründer des Vereines DKF e.V. und Vizepräsident des GPK (Provisorische Übergangsregierung der Kabylei) die Gäste mit den folgenden Worten begrüsst und erinnerte an die Wurzeln des Yennayerfestes:

{“Es ist schön, dass Sie da sind. Es freut mich, mit Euch heute Abend das Amazigh Neujahrfest Yennayer 2965 zu feiern. Wir sind Imazighen. Wir sind die Urbevölkerung Nordafrikas. Wir feiern Yennayer seit unser König Schaschnaq ein Jahrhundert vor Jesu Geburt als Pharao inthronisiert wurde. Die Abstammung des Yennayerfestes kommt bereits aus der Antike.” }

Abid bedauerte die Politik der nordafrikanischen Staaten welche sich als islamo-arabisch bezeichnen und ihre wahren masirische Wurzeln verneinen.

{“Yennayer ist eine starkes und besonderes Merkmal unserer Identität. So tief in der Geschichte ist unsere Kultur. Sie ist nicht aus dem Islam entstanden, wie die Regierungen in Algerien, Libyen und Marokko in der Schule und den Medien lehren.

Das Ergebnis dieser politischen Orientierung ist ein Desaster. Dieses Jahr gab es in Algerien, eine Fatwa gegen alle Menschen die Yennayer feiern wollten.”}

Für ihn die Konsequenz dieser kulturellen Verneinung identisch mit der dramatischen ökonomischen Situation des Landes, welche die Jugend für den radikalen Islamismus anfällig macht.

{“Die Regierungen in Nordafrika lehnen die Anerkennung des Yennayer als nationales Fest ab. So schafft man, Terrorismus, obgleich unsere Kultur doch ein Schatz der Menschheit ist. Eine laizistische und friedliche Kultur.”}

Die beiden Attentäter, welche Charlie Hebdo attackiert hatten, waren ebenfalls Nordafrikaner, aber sie sind komplett von ihrer wahren Kultur entwurzelt, denn sind von der Kultur der Gewalt und dem religiösen Extremismus beeinflusst.

{“Ja unsere Kultur ist voller Liebe und Frieden.
Deswegen möchte ich euch mit euch eine Schweigeminute als Gedenken an die Opfer des islamischen Djihads abhalten.
Vielen Dank”
}

Und so folgten die ca. 200 Gäste der Aufforderung Abids, um der Opfer des Terroranschlages in Paris am 7. Januar dieses Jahres zu gedenken. Nach dem Motto “Ich bin Mustapha, ich bin Charlie, ich bin Kabyle, ich bin Masire und ich bin die Freiheit” war es eine bewegende Schweigeminute.

In jedem Jahr startet der Verein DKF e.V. sein Programm mit einer ernsten Angelegenheit. “Schließlich wollen wir ja nicht noch zur Folklorisierung und somit zur Marginalisierung unseres Volkes beitragen,” sagte Abid.

Wie immer gab es einen gediegenen Couscous, den die Vereinsmitglieder in mühseliger Arbeit für die Gäste zubereiteten und dazu noch ein reichliches Kuchenbuffet.

Die Mitglieder waren überwältigt von dem Riesenansturm auf ihr Fest. Gerechnet hatten sie mit 60-70 Gästen, am Ende waren es knapp 100.

Der kabylische Sänger Zayen sorgte für Stimmung und so wurde auch das Yennayer 2965 ein äußerst gelungener Abend. Viele der anwesenden Gäste bedankten sich nochmals im Nachhinein und auch der Sänger Zayen war überwältigt von der großartigen Feier. Es wurde bis um ein Uhr in den Morgen getanzt und sich ausgetauscht.

Einen großen Dank sendet Tamurt.info an die Organisatoren des Vereines DKF e.V., die Unglaubliches zustande gebracht haben. {Tanemmirt!}

Uli Rohde für Tamurt.info

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