Vorurteile gegen Muslime? – Medien nicht unschuldig!

Zunächst einmal sollte ich zugeben, dass ich selbst vor Vorurteilen nicht gefeit war. Hier in Deutschland keine Vorurteile gegenüber Muslimen zu entwickeln ist auch schwer, denn in den Medien hört und liest man nichts als negative Meldungen über diese Religion. Bislang hatte ich auch keine Vergleichsmöglichkeiten. Das änderte sich, als ich vor anderthalb Jahren Sami* kennen lernte.
Als ich dann mit ihm zusammen kam, sagte er mir er sei aus der Kabylei und eben auch Moslem. Diese Aussage ließ mich zusammen zucken. Aber mein Herz sprach eine andere Sprache, und so ließ ich es darauf ankommen. Ich lernte nun nicht nur meinen Freund Sami näher kennen, sondern auch seine Religion, Sprache und Kultur. Daher stellte ich fest das alle Vorurteile die ich hatte, auf sandigen Untergrund gebaut waren. Somit waren sie alsbald hinfällig. Doch um mich herum blieben diese Vorurteile, wie Säulen die mich beschützen wollen, bestehen. Meine Brüder äußerten massive Bedenken. Auch im Freundeskreis bestanden diese Vorurteile weiterhin. Immer wieder wurde und werde ich gefragt ob ich mir meiner Sache auch sicher sei. Ich antwortete das es für keine Beziehung dieser Welt eine Sicherheit bestehe, doch dass ich mir sicher bin mit diesem Mann glücklich sein zu können.

Ich lebe jetzt seit einem Jahr mit Sami zusammen, und er ist mir gegenüber nie gewalttätig gewesen. Viele fragten mich auch ob ich ein Kopftuch tragen müsse. Aber nein, ich will das nicht, und brauch es nicht. Ich esse zwar kein Schweinefleisch mehr, aber das war ganz allein meine Entscheidung gewesen.

Durch unsere zweierlei Kulturen gibt es sicherlich gewisse Differenzen, doch durch viele Gespräche schaffen wir es schnell, diese zu beseitigen.
Ich sehe diese Beziehung als interessante Herausforderung an, der ich mich gern stelle. Das Leben ist nun facettenreicher als zuvor und ich bin gespannt wohin es mich noch führt. Ich hoffe darauf dass immer mehr Vorurteile in Deutschland abgebaut werden können. Ich trage da gern meinen Teil dazu bei, indem ich diesen Artikel verfasse. Vielleicht lesen ihn auch einige Landsleute von mir und sehen dass es nicht nur negatives über Muslime zu berichten gibt und dass trotz zweierlei Kulturen ein friedliches Zusammenleben möglich ist. Es gibt zwar auch unter den Muslimen so genannte schwarze Schafe, doch sind diese wohl in jeder Kultur und Religion zu finden.

Um diese Vorurteile abzubauen wäre es ebenso hilfreich, sich diese Religion und diese Kultur näher anzuschauen. Gibt es solch gravierenden Unterschiede zwischen ihnen und uns? Ist es nicht eher so, dass alles in den Medien aufgebauscht wird? Es ist zwingend erforderlich sich von den Medien nicht länger täuschen zu lassen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Sicher kennt jeder den Film, „Nicht ohne meine Tochter“ aber das war ein Einzelfall. Bestimmt gibt es da noch mehr solcher Fälle, und immer wieder werden sie in den Medien publiziert. Aber ich bin mir sicher es gibt auch Deutsche die ihre Kinder entführen und vielleicht dem Vater vorenthalten. Nur wird das nicht in den Medien erwähnt, weil niemand sich selbst an den Pranger stellen würde. Lieber zeigt man mit dem Finger auf die „Anderen.“ Ohne sich aber dabei bewußt zu sein, das man nicht besser ist.

Leider gibt es jene, die diese Religion als Vorwand und Aushängeschild für ihren Terror benutzen. Diese Menschen sorgen für weiteren Zündstoff in den Mühlen der Medien. So werden dann alle über einen Kamm geschert.
Die darunter zu leiden haben sind Muslime, die einfach nur ihre Religion leben wollen, ohne dabei an den Pranger gestellt zu werden. Jeder sollte das Recht haben seine Religion ausleben zu dürfen – wann und wo er will.
Sind wir als Christen so viel anders? Wir beten in unseren Kirchen, Muslime in Moscheen. Wir lassen unsere Glocken sonntags läuten, Imane rufen freitags zum Gebet. Wir haben die Bibel, Moslems den Koran.

Diese Beziehung die ich mit Sami führe ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass ein Zusammenleben sehr gut funktionieren kann. Indem man Toleranz übt, und den Anderen seinen Glauben ausleben läßt, kann es keine Spannungen geben.
Um diese Vorurteile in Toleranz um zu wandeln sollte man sich Informationen holen und immer wieder auch abgleichen, so dass keine Missverständnisse mehr aufkommen können. Man könnte beispielsweise eine Moschee aufsuchen. Manchmal stehen Muslime auch an Straßenständen und machen Passanten auf ihre Religion aufmerksam. Den Koran gibt es auch auf Deutsch. Das Internet bietet auch viel Informationsstoff. So hat man die Möglichkeit sich kundig zu machen.
Die Zeit ist absolut reif für eine neue Denkensweise. Ich hoffe ich konnte dazu anregen.

Veronika Lichtermann

*Name von der Redaktion geändert

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11 Comments - Write a Comment

  1. Eigentlich ist dies ein Artikel, der eher wütend macht als dass er hilfreich wäre…

    1. erschließt sich mir nicht, warum der Name des Lebensgefährten der Autorin geändert wurde (oder ist der Name der Autorin ebenfalls geändert?); ist es für dieses Paar negativ, sich zu „outen“?

    2. macht es sich die Autorin meiner Meinung nach ein bisschen einfach, das Thema darzustellen. Sicherlich ist es gut, tolerant zu sein und auch an die Toleranz anderer Menschen zu appellieren, ABER wie sieht es im Umkehrschluss mit der Toleranz der Muslime gegenüber den Christen in den jeweiligen Ländern aus? Es gibt noch sehr viele Länder auf dieser Erde, in denen Christen nicht nur nicht toleriert werden, sondern regelrecht verfolgt werden, gerade auch dort, wo dieser „Sami“ herstammt (siehe „Wenn du ein Christ bist, dann hast du das Land zu verlassen“, Tamurt.info vom 17.10.2010 bzw. bei „Kirche in Not“ – ich zitiere die Autorin Lichtermann: „Das Internet bietet auch viel Informationsstoff“);

    3. setzt sich die Autorin beinahe leidenschaftlich mit dem Thema Islam und Koran auseinander. Das Christentum bleibt dabei aber nicht nur auf der Strecke, vielmehr kommt es so rüber, als wenn nur „Sami“ seine Religion ausübt, sie aber nicht. Ist SIE denn christlich? Wie verhält es sich eben mit seiner Toleranz? Manche Menschen, die mit einer anderen Kultur bzw. Religion konfrontiert werden, neigen oftmals dazu, das neue als wesentlich besser anzusehen und eben gleichzeitig das ganze Thema so abzuhandeln, als wenn es in unserem Land gänzlich an Toleranz fehlt. Oder soll es in diesem Artikel nur darum gehen, für diese – trotz verschiedener Kulturen – wohl harmonische Beziehung der beiden Verständnis aufzubringen?

    Ich erlaube mir hiermit, darauf hinzuweisen, dies zu bedenken und nicht alles derart schwarz-weiß darzustellen.

    P.S.: Ich bin katholische Christin (und alles andere als intolerant, was fremde Kulturen etc. anbelangt), die ebenfalls mit einem Kabylen liiert ist. Mein Partner hält allerdings gar nichts vom Islam, sondern ist demgegenüber eher noch intoleranter als viele Deutsche es sind. Auch er ist „Moslem“. Meines Wissens allein deshalb, weil ein Mensch, der in einem muslimischen Land geboren wird, durch Geburt Moslem ist. Das aber gibt es in unseren intoleranten Breitengraden nicht, dass man automatisch einem Glauben zugeordnet wird…!

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    1. Hallo,
      Der Komentar hat weder eine positive noch eine negative Kritik für den Artikel gebracht, sie sind nur neugierig wer sami und Veronika sind? Ich bin mir sicher, dass die Autorin tolerant gegenüber jede Religion ist, es steht nirgendwo dass die Autorin Ihre Religion nicht ausübt, dies ist auch nicht das Thema.
      Es geht um Toleranz und das Bild der Muslime durch wiederspiegelungen der deutschen Gesellschaft im Allgemeinen und der Maßenmedien ins Besondere.
      zum Thema Moslem geboren, heißt das nicht das du anders als die anderen bist, jeder Mensch der Ali, mohamed Moustafa hört, dann macht er die unmittelbare Verbindung mit Araber und Moselm. Also was soll das? wollen sie uns was neues beibringen. Das sind alle bekannte klichees Hierzulande.
      was soll man darunter verstehen wenn sie mit einem Kabylen lieert sind, der von der Religion nichts hält? Ändert nicht an der Tatsache, dass es andere Kabylen gibt die daran glauben. oder ist das schlimm?
      Mag sein, dass es für sie negativ ist, es ist aber relativ, jeder soll sein Leben leben wie er es will.

      Danke

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      1. Religion ist überhaupt nicht ein Problem für Zusammenleben , sondern nur für Montalität der Menschen .Imazighen sind dadurch ausgezeicht , dass sie miteinander Menschen in tolerantes leben . Persönlich ich habe bemerkt ,dass Imazighen Einwohenr in mein Gebiet christlich und jüdischen miteinander zusammenleben .
        Endlich so kann ich sagen ;
        ” Nein zum Tod ! Nein zum Egoismus! -Nein zum Krieg ,
        Ja zum Leben ! ja zum Frieden .

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  2. Ich bin auch Kabyle, Moslem und gehe auf die 70 zu.
    Die Autorin weiß so viel vom Islam wie ich vor ca. 50 Jahren.Inzwischen habe ich, nach Studium und genaue Analyse des Corans,eine andere Meinung über den Islam. Alles, was der Islam predigt ( Toleranz, Frieden, Nächstliebe….), gilt nur solange man blind und meinungslos Anhänger ist.
    Der Coran,auch, wenn er ursprünglich Gottes Wort wäre, wurde von Menschen ( mit Stärken und Schwächen) vor über 1400 Jahren, verfaßt.
    Ich bin der festen Überzeugung,dass der Islam eine Art ” Luther” braucht,eine gewisse Reformation.
    So wie der Coran Heute ist, stellt er eine Gefahr für Andersgläubige oder meinen Sie,dass:
    – der 11. september mit Islam nichts zu tun hat?
    – die algerische Tragödie nicht auf dem Mist vom FIS ” Front islamique du Salut” gewachsen ist?
    – die Verfolgung der Christen in der Kabylei auf Dalai Lamas Anhängern zurückzuführen ist?
    – die jungsten Attentate auf christliche Kopten in Ägypten von Buddisten verübt worden sind?
    – Salman Rushdi und weltweit andere Intellektuelle im Versteck leben, vor den Truppen vom Vatikan?
    – Sunniten und Schiiten sich gegenseitig die Köpfe abhacken, weil die Eskimos ihre Hände im Spiel haben?
    – es ein Zufall ist,wenn in allen moslemischen Ländern Diktaturen herrchen?
    – usw….
    – usw…

    Wachen Sie auf! und wecken Sie Ihen Freund mit, indem Sie beide den Coran kritisch lesen. Sie werden darin wie ich,viele gravierende Widersprüche, unvorsellbare Menschenrechtsverletzungen, haarsträubende Frauenfeindlichkeit, feststellen.
    In einigen Suren,kommen Wörter wieTöten, Bestrafen ,Schlagen, Verboten,Vernichten,.. so oft vor,dass ein Nichtmoslemleser in Angszustand gerät.
    Der Coran in seiner heutigen Version, kombiniert mit Politik, Diktatur, Haßprediger,Ignoranz und Armut, wird die Welt beschäftigen.

    Ich wünsche Ihnen und Ihrem Freund, Mmis n tmurt ALLES GUTE im NEUEN JAHR.

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    1. Veronika Lichtermann · Edit

      In gewisser Weise bin ich Ihrer Ansicht. Ich denke auch nicht das der Koran wie er heute besteht, noch seine Gültigkeit besitzt. Dazu ist dieses Buch einfach zu alt. Zu viele Menschen hatten, mit Sicherheit, die Möglichkeit die Schrift im Koran zu ändern. Diese Möglichkeit wurde sicherlich auch genutzt. Genauso verhält es sich mit der Bibel.
      Ich bin nur genauso der Meinung, das jeder ein Recht darauf hat seine Religion leben zu dürfen. Ich sage nicht das ich stur Schema F folge, so wie es mir vorgegeben wurde. Ich bin für mehr Toleranz und Gleichberechtigung.
      Das was jetzt und hier geschieht sehe ich auch mit Schrecken. Doch gibt es auch andere Berichte. Wie ich vor einigen Tagen in einem Bericht im Fernsehen sah, dort ging es um eine Bäckerei die von Juden und Moslems geführt wurde. Und das ohne jeden Streit.
      Wenn man für mehr Frieden auf der Welt ist, sollte man auch bei sich selbst anfangen, oder?
      Und ich fange damit an indem ich Vorurteile abbaue.
      Mal ganz ehrlich, dieser Terror auf der Welt, ist der allein auf den Islam zurück zu führen? Ich glaube jeder Mensch ist dazu in der Lage dem Anderen Schlechtes zu wollen, und es ihm auch an zu tun. Ich halte es für falsch eine einzige Menschengruppe dafür verantwortlich zu machen.
      Wie ich es in meinem Artikel schon schrieb gibt es leider Jene die diese Religion so auslegen, und als Vorhängeschild für ihren Terror nutzen. Doch das rechtfertigt in keinster Weise derartige Vorurteile gegen jeden Moslem. Kein Mensch trägt einen Stempel auf der Stirn auf dem zu lesen ist, ich bin Moslem und damit Terrorist. Wir sind alle Menschen und individuell verschieden. Niemand sollte derart gebrandmarkt werden.

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      1. Was macht ueberhaupt diesen Artikel hier, in Tamurt.info? Es liefert ueberhaupt keine Information.
        Noch dazu, auf dem Bild steht eine Frau mit Kopftuch, was eigentlich auch nicht passt zu diesem Artikel.

        Sie haben sich in Jemandem verliebt der Muslim ist und entdecken gerade eine andere Denckweise und eine andere Kultur.
        Sie koennen nicht anhand einem Kabylischen Mannes, ueber Muslime berichten.
        Das ist genauso wie wenn Sie einen katholischen Kabylen treffen und dann ueber Katholiken berichten wollen.
        Aber, ueber Muslime und deren Braeuche zu berichten, braucht man viel Recherche und jahrelange Erfahrung.

        Bitte, nehmen Sie das nicht persoenlich. Ich wuenschen Ihnen natuerlich weiterhin viel Glueck mit Ihrem Freund.

        Yiwen

        P.S: Ich bin aus der Kabylei und ich weiss ganz genau wie das “muslimische”dort aussieht.

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        1. QHkGtBcGLKkXISlYr · Edit

          Ein bete4ubtes Tier gilt als tot. Was ist denn dann bitte mit Schnitzelusw.? Ist das nicht tot? Manchmal verstehe ich Vorschriften von Religionen nicht

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        2. Muslimisch verfolgen Muhamad glauben, der Muhamadner Religion stammt aus Wust Asien Kontinente mit 90% Anteil , und verbreitet sich in alle Welt durch reisende Menschen(Nomadisch Kultur)!

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          1. Alle so genannt Monotheistisch Religionen ursprünglich stammen aus Asien, die Drei besonders Islam versteht keine Demokratie als Staat Forme!

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